Auszug aus dem Verordnungstext des Masterstudienplans „Geodäsie und Geoinformation“ (Gültig ab 1. Oktober 2015):


ANHANG 6: Empfehlungen für Studierende, welche die Laufbahn eines Ingenieurkonsulenten bzw. einer Ingenieurkonsulentin für Vermessungswesen anstreben
Nach dem Ziviltechnikergesetz (1993, Stand 1.2013) § 4(2)b sind „die Ingenieur-konsulenten für Vermessungswesen zur Verfassung von Teilungsplänen zur katastralen und grundbücherlichen Teilung von Grundstücken und von Lageplänen zur grundbücherlichen Abschreibung ganzer Grundstücke, zu Grenzermittlungen nach dem Stande der Katastralmappe oder auf Grund von Urkunden, einschließlich Vermarkung und Verfassung von Plänen zur Bekanntgabe von Fluchtlinien“ berechtigt. Dies bedingt, dass nicht nur eine entsprechende technisch-fachliche Ausbildung gegeben sein muss, sondern auch die notwendigen rechtlichen Grund-lagen beherrscht werden müssen. Die erfolgreiche Absolvierung der Ziviltechniker-prüfung bildet eine Voraussetzung für die Laufbahn als Ingenieurkonsulent/in. Im Ziviltechnikergesetz § 9(3) und (4) sind die geforderten Wissensgebiete angeführt.
Da der aktuelle Studienplan den Studierenden sehr große Freiheiten in der Ausprägung ihres Studienschwerpunktes erlaubt, hat die Bundeskammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten Empfehlungen für Interessenten an einer Laufbahn als Ingenieurkonsulent/in für Vermessungswesen zusammengestellt, um bereits durch das Studium auf die Ziviltechnikerprüfung (ZTPrf) vorbereitet zu werden. Man sollte daher möglichst viele geforderte Bereiche durch Wahlmodule und Lehrveranstaltungen im Rahmen des Studiums abdecken, wenn erforderlich, im Rahmen der freien Wahl. Im Folgenden sind einige Vorschläge aufgelistet:

 Wissenschaftsgebiet bei Ziviltechnikerprüfung

 Zuordnung im Studienplan

 Schwerefeld der Erde

 Wahlmodul "Schwerefeld"
 Liegenschaft und Kataster  Grundlage durch das Bachelor Studium Geodäsie und Geoinformation durch das Pflichmodul "Recht und Wissenschaft", im Master Studium durch Wahlmodul "Liegenschaft und Kataster"
 Verfassungs- und Verwaltungsrcht  im Bachelor Studium "Geodäsie und Geoinformation" durch das Pflichtmodul "Recht und Wissenschaft"
 Bau- und Planrecht  Wahlmodul "Recht und Wirtschaft"
 Betriebswirtschaftslehre  Wahlmodul "Recht und Wirtschaft"

Durch den Master-Studienplan nur enzyklopädisch abgedeckt, aber für die Erlangung der Ziviltechnikerbefugnis wichtig ist Wissen über Liegenschaftsbewertung, ange-wandtes Verwaltungsrecht für Techniker, Grundzüge des Grundbuchrechtes, Raumplanung, Grundzüge des Straßen-/Gleis-/Tunnelbaus, Systematik des österreichischen Baurechtes, Normenwesen und Vergabewesen. Es wird daher empfohlen, möglichst viel durch geeignete Lehrveranstaltungen im Rahmen des Moduls „Freie Wahl“ aus dem Angebot der TU Wien oder anderer Universitäten zu absolvieren.